Shakespeare in Love
Auch in diesem Jahr haben uns "Ihre" Shakespeare Players nicht enttäuscht, sondern wie immer wunderbar und auf höchstem schauspielerischen (und sprachlichen) Niveau fast drei Stunden lang
unterhalten. Wie machen Sie/sie
das nur? "Strangely enough, it all turns out well. ... It's a mystery."
Wieder durften wir als Zuschauer*innen miterleben, wie sich die Magie der Bühne in Wort und Spiel, Musik und Gesang, Tanz und Akrobatik - und auch dank der großartigen Kostüme und Bühnenbilder
- vor unseren Augen entfaltet. Selbst die Eintrittskarten ("Shall I compare thee to a summer's day?") und die Speisekarte für den Pausensnack fügen sich wunderbar in dieses
Gesamtkunstwerk ein.
Man sieht und spürt, dass hier eine hochmotivierte, erstaunlich professionelle Truppe mit vielen "alten Bekannten" am Werk ist, die Jahr für Jahr Shakespeare lebendig werden lässt. Das Engagement und
der monatelange Einsatz aller haben wieder reiche Frucht getragen. Der Bundeskanzler würde schreiben: "Was für ein Spiel! Mit eurem Einsatz und Teamgeist ... habt ihr
unser Land [angefangen mit den glücklichen Zuschauer*innen in der Aula des Friedrich-Ebert-Gymnasiums] begeistert. Wir sind stolz auf euch."
May the mystery long continue.
Hartmut Tschepe
Prime Time Theatre – Die Shakespeare Players geben „Shakespeare in Love“
Wenn einem Dramatiker die Ideen ausgehen, obwohl das nächste Stück längst verkauft ist, beginnt ein Theaterabend, der das Scheitern ebenso feiert wie die Fantasie. Will Shakespeare steckt in einer
Schaffenskrise. Aus der Not heraus entsteht zunächst nur der herrlich absurde Arbeitstitel „Romeo und Ethel, die Piratentochter“. Denn Piraten müssen unbedingt ins Stück, so verlangt es Philip
Henslowe (Stefan Racec), der Theaterdirektor, der mehr Action auf seiner Bühne sehen möchte. Auch ein Hund soll noch auftreten – to please Her Majesty, Queen Elizabeth I.
Ganz nach dem Motto All's well that ends well zeigte die Premiere eindrucksvoll, wie aus dieser Ausgangsidee ein höchst vergnüglicher Theaterabend wird. Die voll besetzte Aula der Friedrich-Ebert-Oberschule erlebte eine Inszenierung, die Witz, Sprachlust und Spielfreude mit sichtbarer Liebe zum Theater verband. Temporeiche Tanz- und Fechtszenen, zarte Liebesmomente zwischen Amalia Racec als Viola und Rajan Bhavnanie als Shakespeare, eigens komponierte Musik von Rafael Rodriguez, Peter Baasner und Melanie Burrichter sowie immer wieder der befreiende Ausruf „to the tavern!“ der ganzen Spieltruppe fügten sich zu einem ebenso kurzweiligen wie höchst vergnüglichen Theaterabend.
Viel ist los auf und hinter der Bühne: Stefan Racec überzeugte als Rower mit markantem Akzent, während Maite Arsand mühelos zwischen Nurse und Tilney wechselte. Nurhan Hayta verlieh Lord Wessex die nötige Mischung aus Arroganz und Komik. Jakob Kühl gestaltete Christopher Marlowe als Dramatiker, der Shakespeare mit den entscheidenden Einfällen versorgt – eine ebenso amüsante wie kluge Volte, die ganz nebenbei die Frage nach Autorschaft und schöpferischer Originalität verhandelt. Zeitgenössische Kostüme von Martina Baasner und Nora Voß verführten uns in Shakespeares Welt. In der Pause sorgte englisches Fingerfood at its best für die passende Atmosphäre. Dass Martina Baasner zugleich Regie führte, war dem Abend anzumerken: Mit präzisem Rhythmus, sicherem Gespür für Pointen und großer Zuneigung zu Ensemble und Vorlage hält sie die vielen Ebenen des Stücks souverän zusammen.
Wenn Romeo und Julia schließlich auf der Bühne den Liebestod sterben, in der Wirklichkeit der Handlung jedoch zunächst an gesellschaftlichen Standesgrenzen scheitern, verbindet sich Komödie mit Melancholie. Am Ende sitzt Shakespeare wieder dort, wo alles begann – am Schreibtisch, auf der Suche nach dem nächsten Stück. Den königlichen Wunsch nach mehr Komödie nimmt er gelassen entgegen. Das Publikum darf es ebenso halten und auf weitere Produktionen der Shakespeare Players hoffen.
Frauke Lange
Liebe Martina, liebe Players,
Danke, Danke, Danke, es war die reine Freude, euch auf der Bühne zu sehen und zu hören, wie immer eigentlich und trotzdem immer wieder neu, inspirierend und einfach eine riesige Gaudi. Allerhöchsten
Respekt, dass Ihr das jedes Jahr auf diesem hohen Niveau hinzaubert. Neben vielen Lieblingsmomenten hat es mir dieses Jahr vor allem dieses Bühnenelement angetan, das mal ein Laden war, mal ein
Bett, mal ein Balkon – feine Sache. Sehr schöne Kämpfe, sehr schöne Musik.
Alles Gute für die sicherlich stattfindende Sommerpause und danach für die Arbeit am Stück für 2027, ich freue mich schon sehr darauf und grüße herzlich im Namen eures Lankwitzer Fanclubs,
Uli Kalcklösch
Dear Frau Baasner!
I enjoyed last night very much indeed. I am always totally inspired by the enthusiasm, confidence, humour and creativity your troupe displays.
Please convey my admiration to everyone in your team. Thank you so much and break a leg for the rest of the run.
Carl Bamber, Schiller Gymnasium Potsdam
PS Has anyone suggested that you do ‘The Sonnets’ one year? Robert Wilson did a good job at the BE, but you guys could sing hymns at heaven's gate!
Liebe Martina,
ich muss dir heute nochmal schreiben und sagen, wie sehr mich eure Aufführung gestern beeindruckt hat. Sie war einfach fantastisch! Unglaublich, mit welcher Leidenschaft die Players gespielt haben,
welche Körperspannung und Präsenz sie zeigten. Die betont britische Aussprache, die Musik und die Lieder waren wunderbar abgestimmt und haben mich berührt. Die Szenen zeigten soviel Witz und
Lebendigkeit, von derb bis sanft, das war eine Freude! Selbst die Details waren bedacht, von der Farbe der Kostüme bis zum wandelbaren Bühnenbild, die Darstellung mit Szenen in der Szene und
entsprechender Beleuchtung.... Vielen Dank für deine großzügige Platzreservierung, es war ein großartiges Erlebnis, was noch lange in mir nachhallt.
Nicola von
Dietrich-Feßler