Measure for Measure

Der Titel Measure for Measure oder 'Maß für Maß' ist der Bergpredigt des Neuen Testaments (Matthäus 7: 1-2) entlehnt, in der es heißt: 'For with the judgment you pronounce you will be judged, and with the measure

you use it will be measured to you.'
Typisch für Shakespeare ist es, dass die Frage nach Gerechtigkeit und Vergebung im Stück für viele Figuren in verschiedenen Gesellschaftsschichten zutrifft und ein schmerzlicher Lernprozess vonnöten ist, um hierzu Einsicht zu erlangen.
In diesem problem play wird in der Haupthandlung ein moralisches Dilemma gezeigt, für das es keine eindeutige Entscheidung gibt und dem Zuschauer selbst die Antwort überlassen bleibt, wie gehandelt werden müsste. Soll die angehende Nonne Isabella, um das Leben ihres Bruders Claudio zu retten, sich Angelo hingeben, der seine neugewonnene Autorität missbraucht?
Zu allem Glück wird aber ein cleverer Trick benutzt, um eine allzu harte Strafe abzuwenden, und ein Plädoyer für Vergebung wird gehalten.
Neben dieser zentralen ethischen Frage ist gleichzeitig das bunte Leben Wiens ein wichtiger Teil des Bühnen-geschehens, und das Publikum kann am Schicksal von Gefängnisinsassen und –wärtern, von Zuhältern mit Verhandlungsgeschick und offenherzigen Prostituierten, sowie von mehr oder weniger gesetzestreuen Bürgern Wiens teilhaben, die plötzlich 'neuen Wind' zu spüren bekommen. Als vom Stellvertreter des Herzogs, Angelo, nach Duke Vincentios eher nachlässiger Amtsführung eine 'zero tolerance'-Politik durchgesetzt wird, hat das spürbare Auswirkungen auf alle Beteiligten, die zu allerlei turbulenten Verwicklungen führen.

 

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Aufführungen am 30.6., 1. und 2.7.2015.